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Sidecar Trophy: Siege im Hauptrennen klar verteilt

Nach einem mit Schreckmomenten versetzten Auftaktrennen am Samstag warteten die Teams gespannt darauf, welche Überraschungen das Hauptrennen am Sonntag im frostigen Brünn bereithalten sollte. Was dargeboten wurde waren schließlich spannende Schlußszenen auf der Strecke, aber auch erneut technische Ausfälle einzelner Mitstreiter.

Ähnlich wie am Vortag sollte der Wettergott in Tschechien kein Erbarmen mit den noch verbliebenen 19 Gespannteams haben. Es blieb beinah winterlich kühl um die 10 Grad mit immer wiederkehrenden kurzen Regenpassagen, die kurz vor Start Fragen aufwarfen: Welche Reifen sind über die bevorstehenden 12 Runden die richtige Wahl?

Slicks, Intermediates oder sicherheitshalber Regenreifen? Die Unsicherheit war groß, den jeder war sich sicher, bei der falschen Wahl konnte es entweder in einer gefährlichen Rutschpartie enden oder am Ende des Rennens durfte man einen völlig abgefahrenen Satz Reifen abschreiben. Ja auch hier zählte neben der Geschwindigkeit und Sicherheit auf der Strecke, auch jeder Cent im Geldbeutel um den Sport betreiben zu können.

So gab es einige Teams, die sich mit Regenreifen rauswagten, während andere optimistisch auf Slicks setzten.

Den Start entschied auch diesmal Michael Grabmüller klar für sich, dicht gefolgt von Markus Roscher und Anna Burkard sowie Peter Schröder und Stephanie Waldvogel. Auch die Vorjahreschampions Wirth/Uhlig legten einen Granatenstart hin und ließen ihre Kontrahenten fast am Start stehen.

Detlef Rößler und Luca Schmidt konnten den Start ebenfalls für sich nutzen und in der ersten Kurve einige Gespanne überholen. Tomas Axelsson und Mats Olsson waren ebenfalls gut dabei und schlängelten sich in der Mitte durchs Feld.

Etwas ins Hintertreffen gerieten dabei Bachmaier/Crome, die keinen optimalen Start erwischten und ebenso wie Kimeswenger/Lehnertz schnell Boden gut machen mussten, um nach vorn wieder aufschließen zu können.

Die zweite Runde läuteten die Top 3 mit dichten Duellen ein. Noch gelang es keinem sich an der Spitze abzusetzen und Grabmüller/Peugeot, Schröder/Waldvogel, Roscher/Burkard jagten zu dritt in Richtung Omega. Dahinter folgten Wirth/Uhlig auf Platz 4, Axelsson/Olsson auf 5, Lingen/Zimmermann auf 6 und Bachmaier/Crome auf 7.

Als die Gespanne in Runde drei über die Start-Ziel-Gerade flogen, nahm der Regen wieder merklich zu und es schien danach als hätten, die, die auf Regenreifen setzten, die richtige Wahl getroffen. Peter Schröder konnte sich diesmal vor Michael Grabmüller behaupten, allerdings holte das Delta Racing Team wenig später die Führung wieder zurück und sollte sie in den verbleibenden Runden nicht wieder hergeben.

Roscher/Burkard schloßen ebenfalls wieder dichter auf, gefolgt von Wirth/Uhlig und Lingen/Zimmermann. In Runde 5 fehlte jedoch plötzlich das markante LCR – Gespann. Fehlende Leistung des BMW-Motors zwangen Roscher/Burkard zur Aufgabe und zur vorzeitigen Rückkehr in die Box. Somit tat sich an der Spitze eine Lücke auf.

Michael Grabmüller setzte sich prompt von Schröder/Waldvogel ab, während etwas weiter hinten Helmut Lingen sich gegen Günther Bachmaier zur Wehr setzte. Dieser versuchte Ende Start-Ziel in der ersten Rechtskurve an dem IDM-Starter vorbeizugehen, doch das Manöver gelang nicht. Lingen/Zimmermann blieben hartnäckig und nutzten die volle 1000ccm-Power. Dahinter schloßen schließlich Peter Kimeswenger und Jens Lehnertz zum Führungsfeld auf.

Das Duo hatte am Vortag nicht die Möglichkeit am ersten Rennen teilzunehmen, da am Gespann erneut der Motor gewechselt werden musste und erst im WarmUp klar war, dass das Gespann läuft.

Gleichzeitig hatte es die Defekthexe auf zwei Teilnehmer im Feld abgesehen. Zuerst erwischte es Markus Schwegler und Steffen Rähder im Omega, wenige Kurven später bergauf im letzten Sektor Detlef Rößler und Luca Schmidt. Rößler/Schmidt mischten bis dahin gut im Renngeschehen mit und lieferten sich Positionskämpfe mit ihren Kontrahenten.

Derweil drehten Grabmüller/Peugeot auf 1. und Schröder/Waldvogel auf 2. konstant ihre Runden und es standen schnell die ersten Überrundungen an, die beide sauber absolvierten. Auch bei Wirth/Uhlig lief das Gespann wie ein Uhrwerk und das Duo hielt sich ebenfalls mit konstanten 2:21-2:22er Rundenzeiten auf Siegeskurs in der Trophy 600-Wertung.

In der zweiten Rennhälfte gab es schließlich nur noch wenige Positionskämpfe zu sehen, da sich das Mittelfeld weitesgehend aufgezogen hatte.

Einzig zwischen Bachmaier/Crome, Lingen/Zimmermann und Kimeswenger/Lehnertz wurde es nochmal richtig spannend.

In der neunten Runde überquerten Kimeswenger/Lehnertz vor Lingen/Zimmermann die Start-Ziel-Linie und nahmen die Verfolgung auf. In der vorletzten Runde lagen die WM-Starter bereits in Schlagdistanz und nutzten dies um das MSV Schwanenstädter Gespann zu studieren.

Im letzten Sektor fand Peter Kimeswenger in der Linkskurve die Möglichkeit sich reinzubremsen, ließ sich weiter raus tragen und somit war die Tür zu. Kimeswenger/Lehnertz schnappten sich so kurzerhand Platz 4 in der Gesamtwertung.

Der Tagessieg ging an Michael Grabmüller und Vincent Peugeot mit 19 Sekunden Vorsprung auf Peter Schröder und Stephanie Waldvogel. In der Klasse der Trophy 600 holten sich Enrico Wirth und Ronny Uhlig den 1. Platz, sie überquerten als Gesamtdritte mit knapp 26 Sekunden Vorsprung auf Kimeswenger/Lehnertz und Bachmaier/Crome (2.) die Ziellinie.

Das 600er Podium komplettierten erneut Ken Knapton und Enrico Roick.

In der Trophy 1000-Wertung freuten sich erneut Tomas Axelsson und Mats Olsson über den Siegerpokal. Platz 2 holten sich Rainer und Tanja Crome vor Felix Bereuter und Andy Kolloch.

Chris Baert und Ronja Mahl wurden Gesamt Elfter, Norbert und Sören Kirst (12.), Franz Kapeller und Markus Billich (13.), Christian Siegel und Andreas Klotz (14.), Albert und Beat Baur (15.), Jürgen Damaschke und Jürgen Sabaschus (16.).

Die Stimmen aus dem Fahrerlager:

Michael Grabmüller (LCR Yamaha 600) – Gaststart
„Für uns waren beide Rennen schön, gestern wie heute. Am Samstag war es im Endeffekt für uns gut, dass abgebrochen wurde, da der Regen zunahm und wir waren mit Slicks unterwegs. Das wurde schon fast gefährlich. Das Überrunden hat uns keine Probleme gemacht, man muss da aber schon aufpassen und kann nicht am Limit ran fahren, dass wäre Blödsinn! Es war wirklich schön. Brünn ist sehr schön und es stehen beinah mehr Leute in der Auslaufrunde am Rand als bei anderen großen Veranstaltungen.“

Tomas Axelsson (ART Suzuki 1000)
„Ich bin wirklich sehr zufrieden, vor allem mit meinem Beifahrer. Mats hat einen guten Job gemacht, es war das erste Mal für ihn auf einer F1-Plattform. Wir hatten im Vorfeld viele Gespräche, wie wir es am besten anstellen, damit er gut zurecht kommt. Unser Plan war es auf den Geraden Vollgas zu geben und die Schikanen langsamer anzugehen, das hat gut funktioniert! Für uns war es ein perfektes Wochenende, zwei Siege mit einem neuen Beifahrer, besser gehts nicht!“

Peter Kimeswenger (LCR Kawasaki 600) – Gaststarter Sidecar WM
„Das Wochenende war recht turbulent. Wir mussten 3 Motoren einbauen, bis einer funktioniert hat und haben im WarmUp haben wir gesehen, dass der Motor geht aber eine schwache Leistung zeigt. Den Start haben wir ganz schlecht erwischt, wir waren fast die Letzten und wir mussten uns Platz für Platz erkämpfen. Durchs Omega war es noch sehr rutschig, wir wollten nicht zuviel riskieren auf Slicks, da für uns nächste Woche der WM-Start in Le Mans ansteht. Aber das Ding hat erstmal funktioniert und wir schauen mal was nun auf uns zukommt. Spannend wurde es in der letzten Runde für uns. Wir haben uns relativ lang, also erst Günther dann ich mit Helmut Lingen gematcht, der auf der Geraden seine Motorpower ausspielen konnte. Ich hab in den letzten 2 Runden versucht an Günther ranzukommen, da er die Kurve kurz vor bergauf nicht so gut fährt und ich gewusst habe an der Stelle könnte ich ihn einholen, das hat auch letztlich geklappt und was soll ich sagen: ich liebe es wenn ein Plan funktioniert.“

Detlef Rössler (Windle Suzuki 600) – DNF
„Wir hatten einen super Start und haben dann in der ersten Kurve im Außenradius 4-5 Mann überholen können. Die haben uns dann zwar auch wieder eingesammelt, aber wir konnten erstmal zeigen wie mit uns zu rechnen ist. Wir waren dann die ganzen Runden sehr gut dabei, es harmonierte super zwischen uns wenn man mal bedenkt wie lang wir erst miteinander gefahren sind. Wir sind natürlich jetzt hochmotiviert für die weiteren Rennen. Wir sind dann leider in Runde 5 hinter Ken Knapton liegend ausgefallen, Grund hierfür die Benzinversorgung.“

Die Ergebnisse in der Übersicht zum Nachlesen gibt es hier.

Text und Foto: Doreen Müller-Uhlig

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