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Sidecar Trophy: Endeveld/Remme freuen sich über Sieg im 2. Sprint

Dank eines geplatzten Motors in einer der Vorgängerklassen, startet das zweite Sprintrennen der Internationalen Sidecar Trophy mit 20 Minuten Verzögerung. Eine lange Ölspur zog sich über die gesamte Länge der Start-Ziel-Geraden. Das aufgebrachte Ölbindemittel sorgte im Rennverlauf für die ein oder andere Staubwolke und die Frage, welche Linie auf der Geraden gewählt werden sollte.

Mit fast vollem Starterfeld ging es gegen 15: 45 Uhr an den Start. Leider fehlten erneut Rogier Weekers und Remco Moes. Die Niederlänger mussten immer noch mit elektrischen Problemen an ihrem Gespann zu kämpfen und schraubten fleißig, während die Motoren aufheulten.

Den Start entschieden Ozimo/Zannarini für sich, gefolgt von Grabmüller/Kopecky, Remse/Wechselberger und Endeveld/Remme. Günther Bachmaier und Hendrik Crome hatten ebenfalls einen guten Start und zogen als Fünfte in die erste Kurve. Ebenfalls vor schossen Detlef Rössler und Luca Schmidt, das Duo freute sich, dass sie an den amtierenden Trophy 600-Champions beim Start erneut vorbeigehen konnten. Bereits in der ersten Kurve waren Wirth/Uhlig wieder ran und spätestens bis zur Bergabpassage konnte das ostdeutsche Duo sich auch Kapeller/Billich und Axelsson/Milsten wieder holen.

Ähnlich wie im ersten Lauf blieben Grabmüller/Kopecky zunächst an Ozimo/Zannarini dicht dran, auch Remse/Wechselberger und Endeveld/Remme blieben am Ball. Diese Top 4 blieben mehrere Runden eng beieinander, Janez Remse versuchte in einzelnen Attacken an Kees Endeveld vorbeizukommen, doch der Niederländer hielt straff dagegen bis Remse/Wechselberger erneut zur Rennhälfte abreißen ließen. Auf Rang 5 hatten sich Bachmaier/Crome zügig frei gefahren.

Erst mit etwas Abstand folgten die im Duell liegenden Kontrahenten Wirth/Uhlig und Axelsson/Milsten. Bereits im vergangenen Jahr gab es zwischen leistungsunterschiedlichen Duos wiederkehrende Streckenkämpfe. Auch diesmal wollte Tomas Axelsson den vor ihm liegenden Enrico Wirth nicht so einfach ziehen lassen und versuchte auf der Geraden die 1000er Power auszunutzen. Rechts außen startete Axelsson gleich zu Beginn ein Manöver, doch in der folgenden Linkskurve war schnell die Tür so. Toms Axelsson blieb schließlich dahinter und verlor Boden. Zum Rennende hin fielen die Schweden immer weiter zurück, da sie sich etwas beim Überrunden eines vor ihm liegenden Gespannes schwer taten. Somit verloren sie viel Zeit und Kapeller/Billich kamen innerhalb weniger Kurven bis auf 150m wieder ran.

Dahinter sah man erneut Detlef Rössler mit seinem jungen Nachwuchsbeifahrer Luca Schmidt im Positionskampf mit Ken Knapton und Enrico Roick. Der Engländer kam anfangs immer mal wieder ran und zog kurzzeitig an den beiden vorbei. Das anschließende Duell auf der Start-Ziel-Geraden gewann jedoch Detlef Rössler.

Mittlerweile waren auch Kees Endeveld und Jeroen Remme an Michael Grabmüller und Ondrej Kopecky ran. Diesen hatten sich im Kurvengeschlängel erst gegen die Italiener durchgesetzt und Ozimo/Zannarini auf Position 3 verwiesen. Doch bereits wenig später ging Kees Endeveld an Michael Grabmüller innen in der ersten Kurve nach Start-Ziel vorbei, Ozimo/Zannarini direkt im Schlepptau, die es wenig später ihnen gleich taten und auch Grabmüller/Kopecky angriffen.

Ozimo/Zannarini gaben anschließend noch einmal Vollgas und holten sich die Führung zurück. Jedoch standen zu diesem Zeitpunkt, die ersten Überrundungen an, bei denen ein glückliches Händchen gefragt war. Endeveld/Remme kamen schließlich besser durchs Feld und setzten sich somit erneut an die Spitze, die Italiener hatten jedoch das Nachsehen und mussten den Gesamtsieg mit nur knapp 0,092 Sekunden Rückstand an Kees Endeveld und Jeroen Remme abtreten. Sie widmeten ihren Gesamtsieg anschließend Dirk von „The Peppergym Company“  In der Trophy 1000-Wertung reichte es für die Italiener dennoch für den Klassensieg.

Als Gesamtdritte kamen Michael Grabmüller und Ondrej Kopecky ins Ziel, dahinter auf Position 4 Janez Remse und Manfred Wechselberger. Günther Bachmaier und Hendrik Crome holten sich mit Vorsprung als Fünfte den klaren Klassensieg in der Trophy 600-Wertung. Auch Enrico Wirth und Ronny Uhlig fuhren sich frei und sammelten erneut Meisterschaftspunkte, diesmal für den Zweitplatzierten.

Tomas Axelsson und Nadja Milsten verteidigten ihren Rang gegen Franz Kapeller und Markus Billich, für die Schweden bedeutete dies den zweiten Platz bei den Trophy 1000. Während Kapeller/Billich die Leistung ihres Teams mit Platz 3 in der Trophy 1000 belohnten.

Erneut ein Podium gab es für das generationengemischte Duo Rössler/Schmidt. Sie hielten erneut gegen Knapton/Roick stand und fuhren am Ende noch einen kleinen Vorsprung heraus. Mit Platz 3 in der Trophy 600 gab es am Ende des Tages nicht nur ein weiteren Pokal für die zwei, sondern auch eine ungeplante süße Gesichtswäsche, von den, von Cableman gesponserten Schaumküssen.

Stimmen aus dem Fahrerlager:

Kees Endeveld (Gaststarter):
„Das Rennen war schön. Beim Start lagen wir hinter Remse, unser ziel war es mit den ersten zwei mitzufahren. Aber Remse war auch schnell und wir lagen zu 4. Ich konnte schließlich an ihm vorbei gehen und mit etwas Glück auch an Michael Grabmüller. Dann mit den Überrundungen  von den langsameren Fahrern kamen wir besser durch als Ozimo und haben so den ersten Platz gemacht. Ohne die Überrundungen wäre es sicher schwer geworden gegen das 1000er Gespann von Ozimo. Dann brauch man alle Kurven um wieder dabei zukommen und dann kommt wieder eine Gerade und das ist schwierig. Ich bin sehr zufrieden mit dem bisherigen Wochenende, für uns ist das natürlich ein Testlauf für die WM und wir haben somit wichtige Daten sammeln können, die wir für das Rennen im August mitnehmen können.

Jeroen Remme (Gaststarter):
„Den Sieg möchten wir heute gern Dirk von „The Peppergym Company“ widmen. Wir sind in Gedanken bei Dir.“

Günther Bachmaier (Trophy 600 – Platz 1):
„Es war ein super Rennen. Der Start ist uns wieder super gelungen und wir sind super geordnet in den ersten durchgekommen und waren noch weiter vorne als beim ersten Mal. Wir waren kontinuierlich auf 5, haben keine Überrundung gebraucht und das starke Feld ist weiter weg gekommen und auch super Zeiten gefahren. Wir haben dann immer mehr Abstand gewonnen und konnten so das Gas rausnehmen und uns schonen. Die Kondition lässt ja trotzdem irgendwann nach und da muss man gegenseitig Rücksicht auf uns nehmen und da brauchen wir nicht da vorn hinbrettern, wen es eh nach vorn nichts mehr zu holen gibt und es war auch keine da, der uns angreift. Wir haben es einfach rennen lassen und sind glücklich mit unserem ersten Sieg an diesem Wochenende, nach einem verpatzten ersten Rennen.“

Detlef Rössler (Trophy 600 – Platz 3):
„Wir sind beim Start wieder abgezündet wie ein Rakete und konnten beim Start wieder an Wirth/Uhlig vorbeigehen, wie im ersten Rennen, was uns schon einmal bisschen stolz macht. In der 4-5 Runde habe ich plötzlich gedacht, dass ich Luca verloren habe und bin einmal rechts ran gefahren. Da ist dann Knapton locker vorbei gefahren, ich guckte und er war plötzlich wieder da und ich dachte mir nur, da muss ich jetzt aber Gas geben und habe eine 1:42er Runde hinter her gesteckt und haben gesehen zu was wir unter Druck in der Lage sind. So muss Rennen sein. Es war geil!“

Tomas Axelsson (Trophy 1000 – Platz 2):
„Ich bin wirklich happy! Der Start war bei den Temperaturen für uns wirklich perfekt. Wir hatten anfangs eine wirklich höhere Pace, ich wusste zwar das Nadja das schaffen würde aber ich wollte lieber zu Beginn mehr Gas geben, dass wir dann Luft haben. Wir lagen dann hinter Enrico und mein Kopf sagte mir, wenn ich den Speed mit ihm halten kann würde das reichen. Aber Enrico ist dieses Wochenende wirklich verdammt schnell! Wir holten ihn immer wieder, doch in der letzten Runde hatten wir Probleme beim Überrunden der „Lame Horses“. Er sah uns leider nicht und so brauchten wir fast eine gesamte Runde, um ihn zu überrunden und somit kam Franz Kapeller wieder bis auf 150m ran. Dass war nicht gut für uns, aber wir konnten die Hitze gut managen. Nadja machte einen super Job, sie ist wirklich sehr stark! Zudem waren wir bereits im ersten Rennen 4 Sekunden schneller als im Qualifying und Nadja hatte ihren Rhythmus etwas verloren, jetzt fühlte sie sich aber wohler und es lief ohne Probleme.“

Das Hauptrennen im Adria Race folgt morgen Mittag um 12:05 Uhr und geht über eine Distanz von mind. 14 Runden (20 min + 1 Runde). Bei sommerlichen Temperaturen könnte dies eine wahre Hitzeschlacht bedeuten, es bleibt spannend, wie sich die Teams morgen schlagen werden.

Text und Foto: Doreen Müller-Uhlig
Ergebnisse: www.grabarsport.hr

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