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Sidecar Trophy: Spannende Battles an der Adria

Das erste Sprintrennen der Internationalen Sidecar Trophy in Kroatien fand unter beinah perfekten Wetterbedingungen Start. Am Morgen kündigte sich auf dem Wetterradar noch Unwetter in, der frische Wind an der Adriaküste schob jedoch die Gewitterfront weiter so dass das Rennen gegen Mittagganz normal aufgenommen werden konnte.

18 Gespannen rollten in die Startaufstellung, die Niederländer Weekers / Moes fehlten jedoch schon vor Rennbeginn. Aufgrund eines technischen Problems konnten sie nicht am ersten Rennen des Tages teilnehmen.

Als die Startampel erlosch, versuchten Ozimo /  Zannarini sich direkt aus dem Staub zu machen. Die schnellen Italiener mit dem Suzuki 1000-Gespann konnten in den vergangenen Jahren sich schon den einen oder anderen Sieg auf ihre Fahnen schreiben und wollten dem heute einen weiteren Triumph folgen lassen. Diesmal hatten sie jedoch starke Konkurrenz hinter sich, denn Grabmüller/Kopecky, Endeveld/Remme und Remse/Wechselberger hefteten sich direkt an ihre Fersen. Über die erste Renndistanz hielten sich die Italiener gut vor ihren Kontrahenten, mussten jedoch hier und da schon die ein oder andere Attacke von Michael Grabmüller abwehren. Auch die anderen beiden Verfolger blieben zunächst dicht dran, ließen jedoch Runde um Runde mehr Luft nach vorn. Remse/Wechselberger konnten das Tempo schließlich nicht mehr mitgehen und ließen abreißen. Endeveld/Remme versuchten noch einmal ran zu kommen, aber auch sie hatten keine Chance mehr aufzuholen.

Zwischen den beiden Führenden blieb es allerdings bis zum Schluss spannend. Auf der Start-Ziel-Geraden lieferten sich Grabmüller/Kopecky und Ozimo/Zannarini ein enges Battle um die Führung und das Delta Racing Team setzte sich kurzzeitig auf 1. Im letzten Streckenabschnitt ging der Italiener jedoch wieder an Grabmüller/Kopecky vorbei und dieser musste noch mal ansetzen. Wenige Minuten vor Schluss hatte Michael Grabmüller die Nase wieder vorn, zwischenzeitlich standen die ersten Überrundungen an, die beide Duellanten Zeit kosteten. Michael Grabmüller setzte sich beim Schluss-Sprint auf der Start-Ziel-Geraden durch und holte sich mit  nur 0,050 Sekunden Vorsprung den Gesamtsieg vor Ozimo/Zannarini, die den Sieg in der Trophy 1000 einheimsten. Dahinter kamen Endeveld/Remme und Remse/Wechselberger auf Platz 3. und 4. der Gesamtwertung ins Ziel.

Mit genügend Vorlauf erreichten Enrico Wirth und Ronny Uhlig auf dem sechsten Gesamtrang die Ziellinie, für die amtierenden Trophychampions bedeutete dies den Sieg in den Trophy 600 Wertung. Das Duo hatte es zu Rennbeginn mit Tomas Axelsson und Nadja Milsten zu tun, die auf der Start-Ziel-Geraden ihren leistungsstärkeren Motor nutzen konnten. Doch bereits in der hinteren Kurvenpassage bevor es ins Geschlängel ging waren Wirth/Uhlig wieder vor den Schweden und auch Franz Kapeller und Markus Billich ließ das Duo anschließend stehen. Runde für Runde bauten sie so ihren Vorsprung aus. Mit einer 1:39.963 fuhren sie in der fünften Runde ihre persönliche Bestzeit und konnten sich mit konstanten 1:40er/1:41er Rundenzeiten anschließend absetzen.

Zwischen Kapeller/Billich und Axelsson/Milsten ging es jedoch noch hin und her, immer wieder gaben sie sich gegenseitig einen Konter nach dem nächsten. In der letzten Renndistanz ging Tomas Axelsson noch mal auf volle Attacke und setzte sich auf Start-Ziel neben das gold-schwarze Gespann. Franz Kapeller behielt jedoch einen kühlen Kopf und sicherte sich mit knapp 2 Sekunden Vorsprung den zweiten Platz in der Trophy 1000 Wertung.

Über einen bemerkenswerten zweiten Platz bei den Trophy 600ern freuten sich Detlef Rössler und Luca Schmidt. Gemeinsam waren die Deutschen als Neulinge nach Kroatien gekommen, für beide war die Strecke vorher völlig neu – für den fast 16-jährigen Schmidt stellte Kroatien erst sein zweites Rennwochenende als Beifahrer dar. Umso größer war die Freude nach dem gelungenem Podiumsduell! Auch hier wurde an allen Fronten gekämpft. Mit Ken Knapton und Enrico Roick hatten Rössler/Schmidt mehrfache Champions direkt an ihrem Heck kleben. Doch Rössler/Schmidt meisterten diese Aufgabe souverän und fuhren sich sogar noch einen Vorsprung von knapp 3 Sekunden heraus, bevor sie die Zielflagge sahen.

Gekämpft wurde auch im hinteren Fahrerfeld zwischen Felix Bereuter/ Andy Kolloch und den Bushido Riders aus Belgien. Auch Markus Heck/Rene Manz hängten sich in den Platzkampf mit rein. Verwundernswerterweise fehlten Bereuter/Kolloch jedoch schließlich in der Zeitenwertung, obwohl sie das Rennen gefühlt bis zum Schluss fahren.

Was war passiert?
Die Sidecardogs überquerten zeitgleich mit Grabmüller/Kopecky und Ozimo/Zannarini die Start-Ziel-Linie, welche das Fahrerfeld von hinten aufrollten. Bereuter/Kolloch sahen aus dem Augenwinkel die Zielflagge. Das Duo nahm anschließend das Gas raus und rollte in die Auslaufrunde. Allerdings galten nur Grabmüller/Kopecky und Ozimo/Zannarini als offiziell abgewunken, Bereuter/Kolloch fuhren jedoch nicht offiziell das Rennen zu Ende und hatten somit leider das Nachsehen.

Ebenfalls als das Rennen nicht beenden, konnten Günther Bachmaier und Hendrik Crome.  Bereits in der ersten Runde machte sich ein elektrischer defekt an ihrem Gespann bemerkbar. Das Duo kam noch durch das Kurvengeschlängel, bevor der Motor nach der Bergaufpassage ausging. Im Nachhinein konnte ein Keyschalter-Defekt als Urheber dieses Ausfalls gefunden werden.

Die Sidecar Trophy bot somit den Zuschauern erneut eine unterhaltsame Show und macht somit Lust auf mehr und das zweite Rennen, welches um 15:30 Uhr gestartet wird.

Text und Foto: Doreen Müller-Uhlig
Ergebnisse: www.grabarsport.hr

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