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Sidecar Trophy: Erfolgreicher Renntag nach Startchaos in der Eifel

An diesem Wochenende folgte die Internationale Sidecar Trophy dem Ruf der Eifel an den Nürburgring. Mit zwei Zeitentrainings, zwei Rennen und einem bis zum letzten Platz gefüllten Starterfeld ging die beliebte Gespannserie in ihre zweite Veranstaltung der Saison 2021. Am Freitag, als letzter Programmpunkt blieb den Teams knapp 15 Minuten um die Strecke kennenzulernen oder zum ersten Mal in diesem Jahr Mensch und Maschine auf den Rennmodus einzustimmen, denn nicht alle Starter nahmen am Saisonauftakt in Kroatien teil und hatten somit wenig Fahrpraxis in diesem Jahr. Besondere Vorsicht war somit geboten, damit jeder auch soviel wie möglich von seiner Fahrzeit auf der Strecke hatte.

Von den 27 Gespannteams quer durch alle Nationalitäten waren Peter Kimeswenger und Kevin Kölsch im ersten Zeitentraining mit einer 2:16.853  das schnellste Duo auf dem 5148 Meter langem Kurs, gefolgt vom Team Königswartha auf Rang 2 und Lingen/Knobloch auf 3. Als schnellstes Trophy-Gespann platzierten sich die Schweden Axelsson/Olsson mit ihrem 1000ccm ART Suzuki-Gespann auf Rang 7. In der Trophy 600 Wertung waren Rainer und Tanja Crome auf Position 8 und Nachwuchsgespannpilot Lennard Göttlich mit Uwe Neubert auf Platz 9 die Schnellsten im Auftakttraining.

Bei sommerlichen Temperaturen um die 20 Grad begann das zweite Zeitentraining Samstagmittag. Wie schon bereits am Vortrag verblieben den Teams erneut 15 Minuten um die Technik zu testen und alles aus ihren Gespannen herauszuholen um sich noch einmal für die Startaufstellung verbessern zu können. Auch in der zweiten Session hatten unsere Gäste aus der IDM Peter Kimeswenger und Kevin Kölsch mit ihrem markant lila-grünem Gespann die Nase vorn. Mit einer 2:13.543 gelang den Beiden noch einmal eine deutliche Steigerung zum Vortag. Auch Max Zimmermann und Ferry Segers legten sich mächtig ins Zeug und holten sich mit einer 2:15.998 den zweiten Startplatz. Die erste Startreihe komplettierten Markus Schwegler und Beifahrer Markus Billich, der an diesem Wochenende im Team Königswartha aushilft.

Die zweite Startreihe führten die niederländischen Gäste Wout Vermeule und Jarno Bouius an, neben ihnen stellte sich Hilbert Talens und Frank Claeys auf Startplatz 5. Auf Platz 6 konnten sich auch Lennard Göttlich und Uwe Neubert noch einmal deutlich verbessern, sie sollten neben Peter Schröder und Sandra Roth (7.) und Wiggert Kranenburg mit Jouk Hahn (8.) ins Rennen starten. Das Team Klok (9.) und Lingen/Knobloch komplettierten die Top Ten. Dahinter folgten Axelsson/Olsson (11.), Merkens/Wald (12.), Wirth/Uhlig (13.), Crome/Crome (14.) und Kirst/Kirst in den Top 15.

Nach einer ausgedehnten Mittagspause und mit leichter Verzögerung rollten die Teams gegen 15:40 Uhr in Richtung Vorstart. Allerdings sollte es noch ein paar Minuten zusätzliche Verspätung sowie eine ungeplante zusätzliche Sighting Lap hinzukommen, bevor die Startampel dann wirklich das erste Rennen der Sidecar Trophy freigab.

In der Startaufstellung hatten sich Mitarbeiter des Veranstalters falsch positioniert so dass der Start abgebrochen werden musste, bis schließlich alles Personen regelkonform ihren Platz hinter der Boxenmauer gefunden hatten. Dies sorgte zunächst für einige Verwirrung im Starterfeld und Unruhe als man zum zweiten Mal, nach einer zusätzlichen Aufwärmrunde in die Startaufstellung rollte.

Als die Startampel erlosch, hatten Peter Kimeswenger und Kevin Kölsch zunächst einen Bombenstart von ihrer Pole Position aus, bogen neben Zimmermann und Talens in die erste Kurve ein und setzten sich vor Zimmermann. Doch in der nächsten Kurve kam schon das Aus – die Kupplung gab den Geist auf. Damit war der Weg zunächst frei für das Team Zimmermann, die über die erste Distanz das Rennen anführten. Doch von hinten näherten sich kontinuierlich Markus Schwegler und Markus Billich.

In der vorletzten Runde fand das Team Königswartha schließlich einen Weg an seinen Kontrahenten vorbei, es kam zu mehreren Führungswechseln bei denen zunächst Schwegler/Billich immer eine Länge vorn blieben. Erst in der letzten Runde, quasi auf den letzten Metern drückte sich Max Zimmermann sauber an Markus Schwegler innen vorbei und kam somit als Gesamtsieger über die Ziellinie. Ihr Vorsprung betrug lediglich 0,082 Sekunden.

Dahinter folgten Schwegler/Billich als Zweitplatzierte. Als Drittplatzierte kamen Hilbert Talens und Frank Claeys ins Ziel, sie setzten sich gegen Wout Vermeule und Jarno Bouius durch. Platz 5 in der Gesamtwertung ging an Wiggert Kranenburg und Jouk Hahn. Dahinter folgte auf Position 6 Rookie Lennard Göttlich und Uwe Neubert.

Göttlich kam diesmal bereits vom Start an gut weg, ließ dann jedoch die Tür zu weit offen, so dass 1-2 Kontrahenten wieder durch schlüpfen konnten. Im Rennverlauf setzte sich das ostdeutsche Duo dann jedoch souverän gegen seine Mitstreiter durch und war in mehrere Zweikämpfe involviert. Sie holten sich schließlich mit ihrer Platzierung den Klassensieg in der Trophy 600 Wertung und schnappten sich damit wertvolle 25 Punkte in der Meisterschaftswertung.

Gleich dahinter auf Rang 7 kamen Thomas Axelsson und Mats Olsson als Sieger in der Trophy 1000-Wertung ins Ziel. Sie lagen mit Helmut Lingen und Klaus Knobloch im Zweikampf und lieferten sich so einige berührungsreiche Positionswechsel auf der Strecke. Jord Klok und Carmen Laudy (9.) und Rainer und Tanja Crome komplettierten schließlich die Top Ten. Für das Team RCS Racing war es nach einem erfolgreichen Saisonstart in Kroatien der nächste Podestplatz bei den 600ern.

Weniger glücklich lief hingegen das Wochenende für die amtierenden Trophy 600 Champions Enrico Wirth und Ronny Uhlig. Bereits im Vorjahr verzeichnete das Duo einen unplanmäßigen Ausfall aufgrund eines technischen Defekts, auch im diesem Jahr erwies sich der Nürburgring nicht als Glücksstrecke für die dreifachen Champions. In der vorletzten Runde kam das Aus aufgrund eines Motorenproblems. Platz 3 auf dem Treppchen erbten damit Trophynewcomer Stefan Merkens und sein Beifahrer Michael Wald, die im Rennverlauf zunächst noch hinter Wirth/Uhlig zurück stecken mussten.

Den Abschluß des Wochenendes bildet das zweite Rennen am Sonntag um 11:55 Uhr.

Stimmen aus dem Fahrerlager

Rainer Crome (RCS Racing Team)
„Den Start habe ich super hinbekommen, vorn war das Gedränge natürlich sehr eng aber in der Außenkurve konnte ich zwei einfangen und dann haben wir gleich auf der ersten Runde das Team Merkens eingesackt und hatten Sicht zu den vorderen Kontrahenten. Zum Schluss kam allerdings das Team Klok noch an uns vorbei, aber da sie in der 1000 Wertung fahren ist dies nicht ganz so schlimm gewesen und durch die Leistung war Klok auch nicht zu halten für uns. Wir hatten immer Sicht zu Lennard vor uns. Ich bin hochzufrieden. Wir kennen das Gespann nun besser. Nach dem Wechsel von dem 1000 auf das moderne Gespann mit dem 600er Motor haben wir uns deutlich verbessert und sind auch in diesem Jahr wieder drei Sekunden schneller hier, als im letzten Jahr.“

Albert Baur (Team Baur)
„Der Anfang war etwas verwirrend. In Startreihe 9 haben wir zunächst nicht richtig gesehen, was vorn los war. Ich habe beim Start zunächst zurück gesteckt, mein Kontrahent Jürgen allerdings nicht aber wir hatten schöne Kämpfe auf der Strecke zwischen uns. Es war sehr spannende und wir hatten sehr viel Spaß gehabt. In der letzten Runde ging Jürgen dann schließlich an uns noch vorbei.“

Thomas Axelsson (Team Sweden)
„Vor dem Start war es sehr schwierig für uns, denn der Motor startete zunächst nicht. Wir standen so lange im Vorstart und als dann alle raus fuhren hatten wir zu tun. Doch dann lief es ganz gut, auch der Start. Es ging sehr eng zu, alle haben sich irgendwie berührt. Es war sehr, sehr eng. Dann hatten wir Lingo und Lennard vor uns und wir sind hinter einander her gefolgt. Ich weiß nicht wie, aber ich habe dann die Bremsen überhitzt und verließen kurz die Strecke und Lingo ging an uns vorbei. Wir mussten uns dann zurück kämpfen. Wir haben vielleicht 800 Meter auf ihn verloren, wir konnten ihn dann letztlich jedoch auf der Startziellinie auf den letzten Metern einholen und mit ganz knappen Vorsprung vor ihm ins Ziel kommen. Ich wusste, dass die Strecke hart für die Bremsen sein würde, aber wir sind sehr glücklich, auch mit Mats als Beifahrer bin ich zufrieden. Er macht einen super Job. Das Einzige ist, dass wir vielleicht zu schwer sind (lacht).“

Helmut Lingen
„Mit dem Start war ich hochzufrieden. Es ging ohne Ärger ab und wir hatten Glück noch eine Lücke gefunden zu haben und kamen dann ganz gut vor ran. Aber der dritten Runde ging dann der Stress los, ich hatte einen alten Reifen hinten drauf und das war vielleicht nicht die beste Idee. Wir hatten dann aber einen ganz guten Kampf mit Thomas. Nach zwei Berührungen haben wir dann die Vorfahrt geeinigt und auf Startziel hat er mich dann noch gekriegt.“

Lennard Göttlich (Bonovo Action Junior Team)
„Der Start lief diesmal richtig gut. In Kurve 1 habe ich jedoch die Tür zu weit offen gelassen und da kamen dann die 1000er die beim Start im Verkehr fest gesteckt hatten, doch noch durch und das war dann etwas ärgerlich. Dadurch ist der Abstand nach vorn, dann doch schnell ganz groß geworden. Ich hatte mir vorgenommen eigentlich dran zu bleiben, aber durch die kurze Renndistanz konnte ich das dann nicht mehr aufholen. Am Ende haben wir aber ein gutes Rennen gezeigt und ich bin mit den 25 Punkten ganz zufrieden.“

Stefan Merkens (MMT Sidecar Racing)
„Wir sind komplett ohne Erwartungen in das Rennen gegangen. Der Start verlief anfangs bissl chaotisch durch den Restart und das hat etwas Unruhe rein gebracht. Der Start verlief dann mittelmäßig. Wir haben ein paar Positionen eingebüßt, wir haben uns dann aber im Verlaufe des Rennens dort wieder eingeordnet wo wir uns auch im Training qualifiziert hatten und sind Zwölfter gesamt geworden, ohne Probleme. Uns hat es riesen Spaß gemacht. Es kann so weitergehen.“

Text und Foto: Doreen Müller-Uhlig

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