Skip to content

Sidecar Trophy: Rijeka wird zur stürmischen Angelegenheit

Das zweite Rennwochenende der Sidecar Trophy begann recht stürmisch. Mit ungewöhnlich starken Windböen wurden die Teilnehmer bereits bei Anreise in Rijeka begrüßt. Neben der Sorge, um das eigene Dach über dem Kopf und dem Gespann hieß es sich vorzubereiten und startklar zu machen, denn schon am Freitag sollte die Qualifyings auf dem Plan stehen. Drei gezeitete Saisons standen diesmal zur Verfügung und somit allerhand Fahrtzeit und für jeden Teilnehmer die Chance sich ausgiebig mit der Strecke auseinanderzusetzen bzw. für „Neulinge“ die Strecke genauer kennenzulernen.

Auf der Strecke macht es der starke Wind den Gespannen nicht gerade leicht gut um den Kurs zu kommen. Mit einer 1:36.972 setzten sich im ersten Qualifying Enrico Wirth und Werner Leo Lüttke direkt an die Spitze. Das Duo konnte sich gegen Roscher/Burkard und Grabmüller/Kopecky durchsetzen, die auf 1:38er Rundenzeiten kamen.

Auch die anderen beiden Sessions gehörten der deutschen Paarung und somit ging die Pole Position am Ende des Tages an das Team Zweirad Wirth mit einer schnellsten Rundenzeit von 1:36.966. Dahinter konnten sich auch Mike Roscher und Anna Burkard auf Platz 2 halten. Mit ihrer besten Rundenzeit aus Quali 3 schoben sich Helmut Lingen und Felix Pinkert auf Startplatz 3 vor Janez Remse und Manfred Wechselberger.

So konnte der Tag für die Teams eigentlich zufriedenstellen zu Ende gehen. Für zwei Starter brachte der Freitag jedoch das überraschende vorzeitige Aus beim Adria Race. Sowohl Peter Schröder und Carolin Zimmermann wie auch Philip Walz mit Laura Spiessberger mussten nach technischen Problemen am Freitagmorgen vorzeitig ihre Zelte in Kroatien abbrechen. Für alle anderen ging es in den wohlverdienten Feierabend.

Der Samstag begann schließlich ebenfalls sehr windig, wenn auch mit angenehmen Temperaturen. Gegen 10:00 Uhr gab es für die Teilnehmer noch einmal die Möglichkeit sich bei einem kleinen WarmUp in Form zu bringen, bevor es in den Renntag ging. Zwölf Gespannteams ließen es sich nicht nehmen, noch einmal alles für das erste Rennen zu überprüfen und sich warm zu laufen. Auch hier führten erneut Enrico Wirth und Werner Leo Lüttke als Schnellste die Zeitenliste an.

Gegen 13:05 Uhr war es dann soweit. Der erste Sprint über 8 Runden stand auf dem Programm. 15 Teams rollten in den Vorstart, davon entschied sich ein Duo das Rennen aus der Boxengasse aufzunehmen. Unsere Gäste aus der IDM mit der # 11 sind extra zu Testzwecken nach Kroatien gereist und wollten sich daher aus dem größeren Getümmel in der Startphase heraushalten. Peter Kimeswenger, mit neuem Beifahrer Fabian Schmitt an Board welcher erstmals in Hengelo bei Helmut Lingen im Boot saß, bereitet sich somit gut darauf vor dem Feld hinterherzueilen.

Als die Startampel erlosch setzten sich direkt Mike Roscher und Anna Burkard an die Spitze. Dahinter konnten sich jedoch Enrico Wirth und Werner Leo Lüttke auf Position 2 direkt an ihre Fersen heften. Helmut Lingen und Felix Pinkert hängten sich ebenfalls an die Top 2 – Teams dran.

In den folgenden Runden lieferten sich die Top 2 zunächst einen spannenden Spitzenkampf und zeigten ein super Rennen. Wirth/Lüttke versuchten alles um gegen das leistungstärkere Gespann von Mike Roscher und Anna Burkard anzukommen.

Dahinter hatten Helmut Lingen und Felix Pinkert sich in eine sehr gute Ausgangslage gebracht. Von Position 3 aus konnten die Lingo Lower Rhine Sidecarracers das Treiben an der Spitze gut beobachten und warteten den perfekten Moment ab. Bis zum Schluß haben sich beide immer näher an Wirth/Lüttke herangearbeitet und starteten schließlich in der Gegengeraden ihren Angriff. Der Sngriff glückte und somit lagen Lingen/Pinkert auf Rang 2.

Als dann die ersten Überrundungen anstanden, war die Chance für Wirth/Lüttke zu kontern vorbei und die Vorjahressieger der Trophy 600 mussten die 1000er ziehen lassen.

Platz 4,5,6 waren ebenfalls schnell entschieden und letztlich klar verteilt. Zu Beginn sah es hier ebenfalls nach einer Dreikampf zwischen Remse/Wechselberger, Grabmüller/Kopecky und Kapeller/Billich aus, doch Michael Grabmüller wie auch Franz Kapeller merkten, dass sie Janez Remse vor sich ziehen lassen mussten.

Anders entwickelte sich das Renngeschehen im hinteren Mittelfeld. Dort hatte sich ebenfalls eine kleine Gruppe gebildet, zu welcher Kranenburg/Lehnertz, Volland/Gubernath und Kampus/Kuusk gehörten. Doch erst verabschiedeten sich Wiggert Kranenburg und Jens Lehnertz aufgrund eines Schadens am Gespann – ein Blech an der Schwinge war gebrochen – zum Schluß ereilte auch Jaanus Kampus und Ivo Kuusk ein technisches Problem.

Für Markus Volland und Lena Gubernath ging es indes weiter in Richtung Podestplatz in ihrer Klasse. Die beiden deutschen Newcomer verbringen ihre erste volle Saison in der Sidecar Trophy und haben nach anfänglichen Problemen mit dem Chassis beim Probelauf in Österreich im vergangenen Jahr sich nun immer besser eingefunden. Session für Session verbesserte sich die Paarung nun auch in Rijeka und konnte somit die Früchte ihrer Arbeit im ersten Sprintrennen ernten.

Der Gesamtsieg des ersten Rennens  ging schließlich an Mike Roscher und Anna Burkard, welche damit sich auch den Sieg in der Trophy 1000 sicherten. Auf Platz 2 kamen Helmut Lingen und Felix Pinkert, die somit auch den zweiten Rang bei den 1000ern holten. Der letzte Platz auf dem Treppchen gehörte, wie schon erwähnt, Markus Volland und Lena Gubernath.

In der Gesamtwertung auf Position 3 holten sich Enrico Wirth und Werner Leo Lüttke einmal mehr den Klassensieg bei den 600ern. Mit ihnen schafften es Janez Remse und Manfred Wechselberger sowie Michael Grabmüller und Ondrej Kopecky in die Top 3. Da beide Duos jedoch nicht in der Trophy punkteberechtigt sind, durften sich Franz Kapeller und Markus Billich über Platz 2 in der Trophy 600-Wertung freuen, sowie Jürgen Damaschke und Steffen Rähder über Platz 3.

Peter Kimeswenger und Fabian Schmitt, welche aus der Box gestartet waren, schoben sich im Sprint bis auf Platz 7. Robert und Richard Kochlöfl erreichten Platz 10., Roman Sedlacek und Katerina Rozenekova wurden 11., Johannes Plattner und Richard Almesberger kamen auf Platz 12.

Knapp drei Stunden nach dem ersten Rennen des Wochenendes wartete bereits der zweite Sprint, diesmal über 12 Runden auf alle Starter. Während die einen sich etwas bis zum zweiten Rennstart ausruhen konnten, wurde an manch anderen Ecken des Fahrerlagers ordentlich geschwitzt. Kompus/Kuusk verließ im ersten Rennen der Motor. Die Estländer hatten alle Hände voll zu tun das Gespann wieder in Gang zu Beginn. Zum Schluß fehlten den Beiden gerade einmal 30 Minuten, um am Rennen wieder teilnehmen zu können. Sie mussten sich somit das Geschehen vom Streckenrand aus anschauen.

Schnell ging die Reparatur hingegen bei Wiggert Kranenburg und Jens Lehnertz. Dank Hilfe aus dem Fahrerlager war das kaputte Blech schnell repariert und somit konnten beide wieder mit an den Start gehen. Mit etwas Verzögerung rollten die Teams gegen 16:49 Uhr in die Startaufstellung.

Als die Ampel erlosch hatten diesmal Enrico Wirth und Werner Leo Lüttke die Nase vorn. Das Duo hielt sich 2-3 Runden an der Spitze bis erneut Mike Roscher und Anna Burkard die Führung übernahmen. Beide machten sich anschließend auf und davon. Bei Wirth/Lüttke schien der weitere Rennverlauf hingegen strategisch durchdacht.

Diesmal hefteten sich beide nicht an die Fersen der Sprintlaufsieger sondern drehten mit reichlich Abstand zu ihren Verfolgern auf Platz 2 konstant ihre Runden. Es wurde sowohl für Roscher/Burkard wie auch für Wirth/Lüttke von da an ein ruhiges Rennen, bei dem die Klassensiege klar vergeben waren.

Abwechslung gab es noch einmal weiter hinten zu sehen. Um Platz 3 rangen Helmut Lingen und Felix Pinkert mit Janez Remse und Manfred Wechselberger, hier hatten schließlich Remse/Wechselberger die Nase vorn. Platz 5 gehörte Michael Grabmüller und Ondrej Kopecky. Im Delta Racing Team wurde fleißig umgebaut und u.a. das komplette Kühlsystem geändert. Auch wenn Grabmüller/Kopecky eher ein einsames Rennen fuhren, waren beide zufrieden damit wie sich das Gespann anfühlte.

Zufrieden konnten auch Franz Kapeller und Markus Billich sein. Sie hatten zwar ebenfalls keinen Angriff zu fürchten, durften aber als Sechste in der Gesamtwertung zum zweiten Mal an diesem Tag die Punkte für den zweiten Platz in der Trophy 600-Wertung mit nach Hause nehmen. Platz 7 ging indes an Peter Kimeswenger und Fabian Schmitt, die auch im zweiten Sprimntrennen aus der Box gestartet waren und sich vom letzten Platz aus bis ins Mittelfeld vorarbeiteten.

Auf Position 8 lagen indes Wiggert Kranenburg und Jens Lehnertz mit Markus Volland und Lena Gubernath im Zweikampf. Diesmal hielt die Technik des F2-Gespanns und Kranenbrug/Lehnertz konnten ihre Platzierung bis ins Ziel verteidigen. Damit war das Duo zugleich Sieger der Trophy F2 Challenge, welche 2023 für die kurzen Gespanne ins Leben gerufen wurde.

Platz 9 im Gesamtklassement und erneut Platz 3 in der Trophy 1000-Wertung erreichten abermals Markus Volland und Lena Gubernath. Dahinter kamen Jürgen Damaschke und Steffen Rähder auf Position 10. Roman Sedlacek und Katerina Rozenekova wurden erneut 11., Johannes Plattner und Richard Almesberger kamen auf Platz 12.

Für den Sonntag steht noch das Hauptrennen bzw. Goldrace um 12:15 Uhr an. Dies könnt Ihr erneut über das Livetiming mit verfolgen. HIER geht es zu Speedhive.

Mehr Informationen zur Sidecar Trophy findet Ihr unter www.sidecar-trophy.de

Text: Doreen Müller-Uhlig
Foto: Ronja Mahl

Schreibe einen Kommentar